Samstag, 25. Juni 2016

San Agustín - die Jeeptour

Es sind einige Busstunden nötig, um nach San Agustín im südlichen Landesteil zu kommen. Eine Jeeptour in die Umgebung gibt uns Einblicke in die liebliche Hügellandschaft, in bedeutende archäologische Stätten und in das Leben der heutigen Dorfbewohner.
Am Bild dieses Mal unser Chauffeur Gustavo, sowie die beiden Norweger Dagfin und Johannes.


Die Kämme dieses Mittelgebirges sind oftmals besiedelt und die Hänge landwirtschaftlich genutzt.


Die tropische Vegetation zeigt sich sehr üppig und vielfältig, wobei Zuckerrohr und Kaffee dominieren.


Eine Pracht - Helikonia


In dieser Berglandschaft entspringen die größten Flüsse Kolumbiens und Wasserfälle stürzen talwärts, hier die Cascada Mortiño.


Der Salto de Bordònes und wir zwei!


Ein ganz besonderer Ort ist die Estrecha de Magdalena. Durch eine 2,5 km breite Engstelle zwängt sich hier der Magdalena, der 1500 km weiter im Norden bei Barranquilla in die Karibik mündet.


Doch der Magdalena führt auch hier schon so viel Wasser, dass es im Gegenlicht nur so spritzt.


Geruhsam geht es in den Dörfern zu. Da werden Pferde vom Moped aus an der Leine geführt.


Pferde sieht man oft, praktisch zum Transport von Bambusstangen.


Oder von Zuckerrohr


Es herrscht Regenzeit. Während wir im trockenen Auto sitzen, suchen diese Buben Schutz vor dem Regenguss. 


San Agustín und Umgebung ist im übrigen eine archäologische Wunderstätte par excellence.
Rätselhafte steinerne Figuren wurden von hochstehenden indigenen Kulturen zwischen 200 vor und 700 nach Chr. geschaffen.


Diese Skulpturen aus Lavagestein haben eine Durchschnittsgröße von 1,5m und stehen zumeist als Wächter bei Grabstätten.


Mal schauen wer größer ist - aber schnell, denn eine junge Wächterin ruft schon von der Ferne, dass das nicht erlaubt sei.


Viele der freigelegten Grabstätten sind heute überdacht, und zur Besichtigung freigegeben.


Grabkammern wurden mit riesigen Steinplatten geschaffen, manchmal finden sich zudem steinerne Sarkophage. Man nimmt an, dass an diesem magischen Plätzen Schamanen, Priester und Stammesfürsten beigesetzt wurden.


Manche dieser antropomorphen Figuren waren auch bemalt.


Diesen Sarkophag beschützt ein Krokodil.


Die größte Figur in Alto de los Ídolos misst 7 Meter, doch nur 4 m schauen aus der Erde hervor.


Ganz anders geht es heute Nachmittag in San Agustín zu. San Pedro ist eines der höchsten Feste des Jahres. In der Schule sind 3 Wochen Ferien und an mehreren Tagen gibt es Umzüge, die an den Karneval erinnern.


Die Menschen säumen die Straßen und warten auf Zuckerl, die von den bunten Wägen geworfen werden. Wer einen Balkon hat, betrachtet das Spektakel von oben.


Ab und zu kommen auch Tänzerinnen, Reiter und Clowns vorbei.


Früh übt sich, was ein Karnevalsmeister werden will!



Freitag, 24. Juni 2016

El desierto y la luna

Beginnen wir mit dem Mond, denn der leuchtet ganz spannend nahe dem Äquator auf 3° Nord.


Das Mondbild stammt von der Plattform dieses kleinen Observatoriums von Villavieja nahe der Stadt Neiva. Wir nehmen an einer Abendpräsentation teil und sind begeistert, (fast) den ganzen Himmel auf einmal überblicken zu können. Da schweift der Blick vom großen Wagen im Norden über den Zenit zum Kreuz des Südens. Auch die Ekliptik, also die scheinbare Sonnenbahn läuft von Osten über den Zenit nach Westen. Der Astronom zeigt uns dabei die Planeten Mars, Jupiter und Saturn. Alpha und Beta Centauri erstrahlen auch im Teleskop, bevor Wolken den ganzen Sternenhimmel verdecken.


Der Blick zu den Sternen ist aber auch deshalb so schön, weil wir uns inmitten der Wüste Tatacoa befinden. So hat auch bereits der Mondaufgang seinen besonderen Reiz.


Die Tatacoa ist mit ihren 350 km2 zwar winzig, doch sie zeigt uns viele Farben und Gesichter.


Wir schlafen in einer Posada in der Wüste und erleben sie so sehr hautnah. Der erste sendero führt uns durch El Cusco, die rote Wüste.










Der zweite sendero liegt 8 km von unserer Posada entfernt, sodass wir uns Fahrräder ausborgen, um zu den Hoyos zu gelangen. 
,In einem 2-stündigen Rundgang erleben wir dort die weiße Wüste.













Dienstag, 21. Juni 2016

Caño Cristales - was für ein Naturwunder!

Eine ganz besondere 3-Tages-Exkursion führt uns in die Serrania de La Macarena, einem sanften Tafelgebirgszug in den Llanos. Dazu heißt es abermals in Bogotá ein Kleinflugzeug zu besteigen, denn Straßen sind in den Llanos rar und in der Regenzeit kaum passierbar. Im gleichnamigen Ort La Macarena geht es gemütlich zu. Ein Pferdewagen holt das Gepäck vom Flieger ab.


Im ganzen Ort gibt es nur unbefestigte Straßen, keine Autos, jedoch eine Menge Mopeds, einfache Wohnungen und Geschäfte hinter breiten, überdachten Gehsteigen und dazu das Militär an jeder Hausecke zur Überwachung.


Die Llanos, eine Gras-Strauch-Baumlandschaft, die sich über hunderte von Kilometern zwischen Anden und Amazonastiefland erstreckt.


Da kommen manchmal auch ganz besondere Gräser vor.


Unsere Erkundungen im Nationalpark beginnen immer mit einer Bootsfahrt, und da gibt es bereits exotische Tiere zu sehen.


Ein Hoatzin


Tortugas terecay


Da sie vom Aussterben bedroht sind, werden sie in einer Station aufgezogen.


Ein 3m langer Kaiman


Bereits am 1.Tag wandern wir auf schmalen Pfaden auf die Serrania hinauf.


Da tut er sich auf, der Blick auf den Fluss Guayabero und die Weiten der Llanos.


Eine endemische Pflanze - Vellozia. Sie kann Trockenzeiten und Brände überstehen.


Unsere 8er-Gruppe wird von einheimischen Guias begleitet. Von rechts: Walther, Magaly, Oscar und Lidia, eine Touristin aus Singapur.


5 Stunden sind wir zu Fuß unterwegs, da schmeckt das Almuerzo aus dem Bananenblatt besonders gut.


Im Caño Cristalito tauchen die ersten auf: rote, leuchtende Unterwasserpflanzen.


Die filigranen endemischen Pflanzen heißen - wie könnte es anders sein - macarenia clavigera.



Sie ernähren sich von den Mineralstoffen des Untergrundes und wachsen nur in der Regenzeit von Juni bis November.


Mit etwas Vorsicht darf man sogar an manchen Stellen baden.



Aber auch die Landpflanzen sind gut angepasst.


Da müssen wir drüber um zu den Kaskaden zu kommen.



Herrliche Mischung aus schäumendem Weiß und pflanzlichem Rot



Prächtiges Farbenspiel der belebten und unbelebten Natur.


Am 3. Tag waschelt's. Auch wir sind heute farbenprächtig.


Entweder mit den Schuhen durchs Wasser oder huckepack darüber. Man kann ja nicht dauernd seine Schuhe aus- und anziehen.


Der Regen der vergangenen Nacht ließ die Wasserfälle anschwellen.


Nein zur Erdölsuche und zur Förderung im Gebiet von Macarena.
Diese weltweit einzigartige Natur- und Kulturlandschaft soll erhalten bleiben.