Samstag, 28. Mai 2016

Medellin - zum Staunen von früh bis spät - Teil 2

Auch die Verkehrslösungen bringen einem zum Staunen. Da sind nun einmal die breiten Autostraßen wie sonstwo auch.


Aber wenn schon breite Autostraßen mit Über- und Unterführungen, dann fehlen auch nicht die entsprechenden Fußgängerbrücken - hier bei der Estación Industriales.


Und die Radfahrer bekommen am Sonntag die halbe Stadtautobahn.


Auch die Metro ist sehr extravagant. Sie führt großteils auf Stelzen über mehr als 30 km in Längsrichtung durch die ganze Stadt.


Die Waggons sind moderner als in London oder Paris.


Die Metrocable, die mit demselben Fahrschein (2150 Pesos = 0,7€) benutzt werden kann, führt gar zu den obersten Siedlungsrändern hinauf und entlastet so enorm den Straßenverkehr.


Unsere Seilbahn schwebt über mehrere barrios hinweg und endet in Santo Domingo, von wo sich wiederum ein toller Blick auf die Stadt ergibt - einfach zum Staunen.


Santo Domingo ist einer der ärmeren Bezirke, doch die Menschen hier heroben scheinen zufrieden zu sein.


Verblüffend ist dieses schwarz verhangene Gebäude. Es ist die Biblioteca España. Und das ist wiederum erstaunlich, denn die Stadt möchte damit Bildung bis in den letzten armen Winkel bringen. 


Wieder unten im Stadtzentrum, genaugenommen im Barrio Boston steht ebenfalls ein Museum zum Staunen. Das Museo Casa de la Memoria versucht die jüngste Geschichte Kolumbiens, der Provinz Antioquia, und speziell Medellins ab etwa 1948 aufzuarbeiten.


Und da gibt es viel aufzuarbeiten, denn um diese Zeit begann die Violencia, also die Gewalt. Guerrilas, Paramilitares, Drogenmafia, Militär und Polizei schreckten vor Gräueltaten, Morden und Massakern nicht zurück. Wer recht oder unrecht hat, kann von uns wohl schwer beurteilt werden, aber Gewalt ist immer zu verurteilen. Das Museum regt an, sich mit diesen Geschehnissen auseinanderzusetzen, jedoch einen gemeinsamen Weg für die Zukunft zu suchen. Die offene Gewalt hat abgenommen. Man kann heute fast überall hinreisen, und auch die Kolumbianer haben offensichtlich Angst und Schrecken überwunden.

Medellin - zum Staunen von früh bis spät - Teil 1

Medellin, mit 3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes, ist eine Stadt zum Staunen. Das beginnt mit seiner Lage in der nördlichen Zentralkordillere. Die Stadt erstreckt sich in einem Tal mehr als 30 km, wobei sie an beiden Seiten weit an den Hängen hinaufwächst. Die Seilbahn ist kein Trugbild, sondern das Ergebnis einer Panoramaaufnahme.


Und setzt sich fort bei seinen Plätzen. Den ersten Platz nimmt dabei die Plaza de las esculturas ein, über die wir in einem späteren Post erzählen werden. Sehr modern wirkt die Plaza de la Luz mit ihrem Wald aus 24 m hohen Lichtsäulen, die mit lebenden Bambusstauden harmonieren.


Alt und neu stehen auf der Plaza Bolivar nebeneinander. Die Kathedrale neben einem Hochhaus.


Der Gemüsemarkt der Campesinos direkt vor den Regierungsgebäuden


Hier gibt es Gelatina, das ist Süßes aus Panela (Zuckerrohrsaft) und Schweinshaxen.


Der frischgepresste Zuckerrohrsaft mit Zitrone schmeckt vorzüglich in den andauernd heißen Zeiten.


Billigleben mit chinesischem Krams gibt es mehr wie sonstwo.


Auch viele Kleidershops sind mit asiatischer Ware angefüllt. Dafür stammen die Hendl der zahlreichen Imbissbuden wohl aus Kolumbien.


Da steht doch mitten in der Stadt ein Hügel, genannt Nutibara. Die 360-Grad Aussicht ist phänomenal.


Das Paisadörfchen am Nutibarahügel hat zwar stark touristischen Charakter, doch es gibt Einblick in das Leben der Paisa, das waren spanische Juden, die sich hier im 17. Jahrhundert angesiedelt hatten. 


Erstaunt sind wir auch über den Jardin Botanico, denn der hat alles andere als einen wissenschaftlichen Anstrich. Das Wegerl durch den Bosque tropical ist trotzdem reizvoll.


Eigentlich ist der botanische Garten Erholungspark für Familien, Liebespärchen und Pensionisten. Die 2 österreichischen Touristen speisen hier im noblen Restaurante in Situ.


Das Staunen beginnt bei unserem Hotel Prado 61, denn die Küche ist 24 Stunden geöffnet, so kannst du jederzeit frühstücken, mitttag- oder abendessen. Und es endet beim Ausgehviertel Poblado. Um einen kleinen Platz herum reihen sich zahlreiche Bars und Restaurants aneinander. Musik dröhnt aus allen Ecken, ob aus der Konserve oder en vivo in den verschiedensten Musikrichtungen. Auch wir gesellen uns einmal dazu und freuen uns über die mitreissenden Klänge einer 8-köpfigen Band.


Donnerstag, 19. Mai 2016

Der Rio Claro ist wirklich klar

Am Weg von Bucaramanga nach Medillin machen wir einen Zwischenhalt am Rio Claro. Und der wird seinem Namen mehr als gerecht. Glasklares Wasser fließt und hüpft über weiße Steine aus Marmor und braune, kugelige.


Es ist ein Parque Natural, bei dem 15.000 Pesos (4.50€) Eintritt bezahlt werden müssen. Dann marschieren wir zu dritt los. Denn wir haben Erik - einen Chemiker aus Berlin - mit dabei. 


 
Ein erstes Bad nehmen wir bei der Playa de Marmol.


Neptun ist hier gerade aufgetaucht.


Der Rio Claro breitet sich manchmal  über die ganze Talsohle aus und bildet ruhige grüne Wasserflächen, dann wieder springt das Wasser über Stromschnellen.


Auch die Playa Manantial ladet zum Baden ein.


Das erste Stück des Weges ist gut gepflastert. Später wird er zu einem Pfad, der durch dichtes Strauchwerk führt.


Eine Besonderheit ist es, den Rio Claro herauszuschwimmen.


Dies geht an den Fließstellen relativ flott, bei Stromschnellen ist es sicherer am Ufer zu bleiben.


Tags darauf ist Feri wieder in der Reserva Natural. Dieses Mal um die Cueva de los Guàcharos, auch Cueva de Marmol genannt, zu durchqueren.
Wie oft bei besonderen Abenteuern, kann kein Foto gemmacht werden, daher eine kleine  Beschreibbung : 
Gut 30 Minuten dauert der Anmarsch über einen Bergrücken durch dichten Bergwald zum Eingang. Dann steigen wir in ein, mit Felsblöcken gespicktes Loch hinab. Von der Decke ertönt das laute Kreischen der Guàcharos, das sind fledermausartige Vögel. Mit Stirnlampen ausgerüstet waten wir meist im knietiefen Wasser durch das Gangsystem. Lustig wird es bei Stufen, man lässt  sich einfach am Hintern hinunter und plumps, schwimmst du im nächsten Becken. Einmal muss ich in ein tiefes Becken mit Untertauchen springen - hoffentlich hält das die Stirnlampe aus. Sie tut es.


Rund eine Stunde sind wir untertags, dann dringt plötzlich Tageslicht von vorne ein - der Durchgang ist geschafft. Eine Strickleiter hilft, um über die letzte Steilstufe in den Rio Claro zu springen.


Wir übernachten in der Nähe in einem Bungalow des Hotels Los Colores, einer großen, sehr gepflegten Anlage.


Wir nützen auch den Swimmingpool, den Billardtisch, die Cocktailbar und das hübsche Restaurant.


Der reservierte Bus lässt auf sich warten, doch schließlich nimmt uns eben ein anderer nach Medellin mit.


Dienstag, 17. Mai 2016

Gastfreundschaft auf kolumbianisch

Die Stadt Bucaramanga liegt vor unserem Haus, welches in prächtiger Lage oberhalb der Millionenstadt liegt.


Unser Haus stimmt nicht ganz, denn es ist das Domizil von Hilario und Petra, die wir in Mompox kennengelernt hatten, und die uns für 3 Tage eingeladen haben. Hilario ist ein Kolumbianer, der viele Jahre in Deutschland lebte und Petra ist eine Deutsche, die mit ihren Eltern schon in Kindesjahren nach Kolumbien kam. So können wir uns mit ihnen wunderbar auf deutsch unterhalten.


Sie haben 3 Kinder, die nun in der Welt verstreut leben. Diese wunderbare Haus haben sie sich für die Pension errichtet.

Es ist sehr individuell, edel und toll geplant.


Der große Garten birgt viele tropische Bäume, Sträucher und Orchideen.


Unweit unseres Hauses gibt es 2 Startplätze für Paragleiter. Die schwirren daher häufig um unser Haus herum.


Hilarius und Petra unternehmen mit uns 2 Autoausflüge. Mit einer Gondel gelangen wir zum Santisimo.


Die Christusstatue ist jener in Rio nachgeahmt, hat 27 Meter, mit Sockel 37 und der Mirador dahinter misst 40 Meter.


Abends spazieren wir durch Giron, einem Kolonialstädtchen südwestlich von Bucaramanga.


Eine der Kirchen Girons ist ungewöhnlich mit bunten Fahnen geschmückt.


Danach zeigen sie uns das Zentrum von Bucaramanga. Im 18. Stock eines modernen Hochhauses besuchen wir Adolf, den wir ebenso seit Mompox kennen.


Ein fantastischer Blick zeigt sich von hier oben auf das Lichtermeer der Stadt.


Besonders fällt eine neue Brücke, die mehrmals ihre Lichterfarben wechselt, auf.


Doch Bucaramanga besteht nicht nur aus Hochhäusern. An den Berghängen kleben Ziegelbauten für die ärmere Bevölkerung.


Die Straße nach Berlin. Ja, es stimmt, sie windet sich den Berg hinan bis auf 4000 m zur Raststätte Berlin und führt weiter nach Vènezuela.


Das Wetter ist an diesem Sonntag schlecht, doch der tropische Bergwald fasziniert uns trotzdem.


Am Sonntag darf das ausgiebige Mittagessen nicht fehlen. Bezeichnend nennt sich dieser Berggasthof "La Niebla". Es ist ganz zünftig gestaltet mit einer Veranda an allen vier Seiten.


Butifara, Patagones texmex, Conejo, Carne de Res heißen unsere Speisen. Es ist heute Familiensonntag, und so ist auch die Wiese neben dem Restaurant voll besetzt.

Danke für die herzliche Gastfreundschaft