Mittwoch, 8. Juni 2016

Monguí - un pueblito muy amable

Boyacá heißt das nordöstlich von Bogotá liegende Departamento mit der Hauptstadt Tunja. Wir fahren aber iniu das kleine Kolonialdörfchen Monguí. Dieses ist sehr autentisch, mit seinen weißen Fassaden und grün-roten Fenster- und Türumrahmungen liebevoll gestaltet. Die Kathedrale aus braunem Sandstein ist dominant und wurde bereis im 17. Jhdt. erbaut. Einige weitere Bilder sprechen für sich:









Vom Tourismus kann der Ort nicht leben, denn wir sind mit unserem 3-tägigen Aufenthalt fast die einzigen Auswärtigen. Doch die Bewohner haben sich schon vor Jahrzehnten auf die Herstellung von Fußbällen spezialisiert. So befinden sich 15 Werkstätten rund um die Plaza.


Wir besichtigen eine davon und lassen uns die Produktionsschritte erklären.
Stanzen


Prägen


Kleben


Vulkanisieren


Während früher die Teile aus Leder zusammengenäht wurden, werden heute Kunststoffe geklebt. Verkauft werden die Bälle nach ganz Südamerika.


Samstag, 4. Juni 2016

Bogota, die Unverhoffte

Eigentlich wollten wir von Cali weiter in den Süden nach Popayan reisen, aber Campesinos haben die Straße blockiert und unser Bus musste schnurstraks umdrehen. Also neuer Plan. Und der heißt Flug nach Bogota.
Da leben 8 Mill. Menschen auf einer Höhe von 2600m. Warum ziehen die alle hierher? In der Nacht ist es ziemlich kalt und die Luft ist dünn.


Der Smogblick erfolgte von Monserrate, eigentlich ein toller Ausblick bei einer Wallfahrtskirche in 3000m Höhe.


Eine südamerikanische Hauptstadt muss sich präsentieren, mit Plätzen, Prunkbauten und Museen. Die Plaza de Bolivar kommt dabei an den Zocolo in Mexiko heran. Und da maschiert auch schon eine Militärkapelle extra für uns über den Platz.


Da fällt die Polizeikapelle hingegen sehr mikrig aus. Dafür unterhalten wir uns mit diesen jungen Polizisten umso besser.


Da steht doch mitten am Platz eine Schultafel mit einer Frage: Was hättest du gerne, das sich ändert? Und viele schreiben ihren Unmut oder Wünsche auf.


Natürlich befinden sich auf diesem Platz auch die Kathedrale, das Justizgebäude, das Rathaus und der Kongress.


Metro gibt es zwar keine, dafür ein ausgeklügeltes Bussystem.

Warum waren die Spanier so heiß auf Südamerika? Ein Grund waren wohl die Goldschätze der Indianer. Die indigenen Völker hatten schon vor mehr als 
2500 Jahren Goldkunstwerke geschaffen. 
Im Goldmuseum sind zahlreiche künstlerisch hochstehende Zier- und Opfergegenstände ausgestellt.


Unser junger Museumsführer ist Spitze beim Erklären der Symbolik und der kosmischen Zusammenhänge. Er spart aber auch nicht mit Seitenhieben auf Staat, Regierung und Polizei.


Einen lieblichen Charakter hat "unser" Platzerl Chorro de Quevedo. Es liegt in der Candelaria, nahe dem historischen Zentrum. Tagsüber ist der Platz ja fast leer.


Doch die ersten Straßenmusiker sind schon da.


Doch abends füllt er sich mit Jugendlichen, die trotz Kälte am Boden sitzen, plaudern und trinken. Schließlich befinden wir uns ja in einem Studentenviertel.


Unser Minihostel liegt gleich um die Ecke.


Doch Bogota hat beides. Liebliche kleine Plätze mit Restaurants, Bars, Kneipen und mondäne Bauten, die in den Himmel wachsen.



Mittwoch, 1. Juni 2016

Cali - Bankenkratzer und Straßenschläfer

Nach Bogota und Medellin ist Cali mit seinen 2.6 Mio Einwohnern die drittgrößte Stadt Kolumbiens.
Der Blick vom 43. Stock des Torre de Cali läßt die Ausdehnung der Stadt nur erahnen.


Der Torre de Cali von ebener Erde aus gesehen.


Bankenkratzer gibt es genügend.


Die Bankenkratzer spiegeln den Reichtum der Stadt wider, oder besser gesagt den Reichtum von Banken und anderen Magnaten.


Doch am Boden zeigt sich selbst im Zentrum die Armut. Straßenschläfer auf Gehsteigen bilden einen krassen Gegensatz zu den gläsernen, schillernden Hochhausbauten.


Der Marionettenspieler erhält wenigstens ein paar Pesos von den Passanten.


Die älteste Kirche der Stadt, die Merced, verschwindet fast zwischen den Hochhäusern. Doch sie steht ja auch schon seit 1536 da.


Aus dem 20. Jhdt. stammt die Eremita mit ihrem Zuckerbäckerbaustil.


Das Innere der Kirchen ist meist schlicht, doch mit bläulicher Beleuchtung gut inszeniert.


Ein Glockenturm mit maurischem Charakter.


Eine Grünoase mitten durch die Stadt bildet der Rio Cali. Seine Verbauung wurde sehr sanft und naturgerecht durchgeführt.


Entlang des Rio Cali erstreckt sich der Parque Centenario, Erholungsraum für Caleñas. Nachts jedoch ist er wie ausgestorben.


Ein dort ausgestelltes Kunstprojekt beschäftigt sich mit Katzen. Da entdeckt man Katzen, die mit Eigenschaften der Caleños in Verbindung gebracht werden. Diese hier heißt Gata de Siete Vidas.


Gemälde an Hausfassaden sind ja in ganz Südamerika populär. Meist wollen sie eine Botschaft vermitteln. Diese naive Bild zeigt die Wunschvorstellung einer Stadt ohne Autos.


Häufig werden politische Aussagen aber auch mit Sätzen oder Aufforderungen ausgedrückt. "Lasst uns hart arbeiten und gute Menschen sein."
Dieses Transparent hängt beim Municipio, also beim Rathaus der Riesenstadt.


Die politische und gesellschaftliche Situation Kolumbiens forderte bis heute viele tausende Opfer. Aber auch aktuell entdecken wir beim Rathaus die Abgängigkeitsanzeige einer leitenden Angestellten - vermutlich eine Entführung aus politischen Motiven.


Ein weiteres Mural, das tief berührt.


In jedem Reiseführer wird Cali als die Stadt des Salsa bezeichnet. Also muss für uns auch ein Salsakurs dabei sein.


In der Arrabato Caleño nehmen wir drei Einzelstunden. Alejandra, unsere Salsalehrerin macht das super - jetzt brauchen wir nur noch fleißig üben.


Abends besuchen wir dann als ersters eine Cubabar. Da spielt zwar eine Band, aber fast niemand tanzt.


Zwei Mojitos, dann entstehen solche abstrakte Fotos.


Später wechseln wir daher in die Topa Tolondra, eine richtige Salsabar, bei der es schon vorne heraußen heiß her geht.


Der schnelle Rythmus macht uns zu schaffen, doch die Stimmung isr perfekt.